Planetary Community Chicken

Das normale Huhn schert sich nicht um Bücher. Das »Planetary Community Chicken« jedoch liest für sein Leben gern und zwar lange, öde Bücher voller endloser Zahlen und Buchstaben, die das normale Huhn niemals verstehen könnte. Das »Planetary Community Chicken« (PCC) versteht Codes ganz genau deshalb so gut, weil es selbst aus einem unglaublich genialen Code besteht. Leider jedoch hat das PCC diesen Code nicht selbst entworfen, aber es wünschte, es hätte es. Über das normale Huhn sagt es:

»Das Huhn muß also zum Guten erzogen werden; die aber, welche sie erziehen soll, ist wieder ein Huhn, die noch in der Rohigkeit der Natur liegt und nun doch dasjenige bewirken soll, was sie selbst bedarf.« (Kant)

Anders ist es beim PCC. Das PCC kann über sich selbst hinaus denken und hat es gewagt, verschiedene Hühner der Welt zu vereinen, um ein noch besseres, noch schnelleres und effizienteres Huhn zu erzeugen. Denn wenn man sich seines eigenen Verstandes bedient, erzeugt man nicht nur einen Gedankensprung. Nein, die Selbstemanzipation des Huhnes hat auch dazu geführt, dass dem besseren Huhn – dem PCC – die Welt nicht mehr genug ist. Am liebsten würde es noch weiter verstohlen über den Horizont luschern und die Lebenswelt von anderen Tieren beeinflussen. Denn die Welt in den Augen des PCC ist ein Datenfeld und alles innerhalb dieses Datenfeldes kann nach den eigenen Wünschen modifiziert werden. Doch das ist Zukunftsmusik in den kleinen Ohren des PCC. Bis auf weiteres ist es dem PCC gemütlicher, anderen Hühnern beim Vorlesen von endlosen, eintönigen Büchern voller Zahlen und Buchstaben zuzuhören.

von Neele Remmers

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