Historischer Code versus Kodierte Historie

In Olympia, dem Heiligtum des Zeus in Elis, standen sie, in Tarent oder auch in Metapont sind sie zu bestaunen: die dorischen Säulen.

Das Exponat zeigt eine dorische Säule. Jedoch ist die Abbildung nicht vollständig, sie ist unterbrochen, unvollständig, wirkt offen. Ein Open Code.

Unsere alltägliche Welt ist zu einer digitalen Welt geworden. Die Verdatung unserer selbst und unserer Aktionen sind zur Gewohnheit geworden. Das Auto misst den Abstand und hält autonom die Geschwindigkeit, das Handy trackt Geodaten, die uns verraten, wie viele Schritte getätigt wurden und Transaktionen im Internet geben schon längst nicht nur einem selbst mehr preis, als man gegebenenfalls möchte, sondern auch großen Unternehmen.

Daten und deren Informationen werden somit zum „Big Player“ unseres Alltags. Mittels Interfaces, Tools, Algorithmen wird versucht, aus den Daten einen informativen Gehalt zu gewinnen. Eine mediengestützte Interpretation. Zur Interpretation genutzte Interfaces können fehlerhaft sein und in die Irre führen. Die Dateien enthalten jedoch stets alle Informationen.

Doch was wird aus einer dorischen Säule, wenn sie Teil einer universalen Verdatung wird? Wie vermischen sich Geschichte, Digitalität und Codierung?

Wird die Säule codiert und digital – oder wird der Code historisiert?

von Julian-Fabio Panconcelli-Calzia

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